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Ludwig van Beethoven

27. Juli 1824 · Heute vor 200 Jahren

Dramatized

Baden, 27. Juli. Die Schwüle bricht endlich. Ich sitze am offenen Fenster — das erste Mal seit Tagen, dass ich nicht nur die Luft schwitze, sondern atme. Die Neunte liegt hinter mir wie ein Gebirge, das ich durchtunneln musste, ohne zu wissen, ob Licht am Ende wartet. Wiener Zeitungen? Schweigen. Kein Wort. Die Aufführung am 7. Mai — schon vergessen, wie Sommergewitter, die niemand mehr nennt. Caroline Unger drehte mich um, ja, das Toben sah ich. Aber das Toben ist nicht das Werk. Das Werk sitzt jetzt auf meinem Tisch: Korrekturen, immer noch. Die Partitur muss überleben, was die Hörer nicht verstehen. Mein Tisch ist ein Schlachtfeld aus Tintenflecken. Mein Diener klagt über die Wäsche. Ich klage über nichts — ich habe noch drei Streichquartette in der Schublade, die lauter schreien als alle Ovationen.

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Die Uraufführung der 9. Sinfonie am 7. Mai 1824 in Wien war ein künstlerisches Ereignis, aber kein populärer Durchbruch. Zeitungen berichteten kaum, das Publikum verstand das Neue nicht. Beethoven arbeitete trotzdem unbeirrt weiter — an Quartette, die als späteste Werke gelten.

Why it matters

Der Moment nach dem Höhepunkt ist gefährlicher als der vorher. Da entscheidet sich, ob man aufhört oder weitermacht.

Try today

Schreiben Sie Ihre eigene 'Neunte' — dann schließen Sie die Schublade und beginnen Sie die Zehnte, bevor jemand klatscht.

What is true / dramatized: Dramatized. Educational entertainment — not a primary historical source.

Nach der 9.-Sinfonie-Premiere 1824: öffentliche Indifferenz, private Weiterarbeit

Difficulty: medium · ~4 min

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