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Carl Jung

28. Juli 1906 · Heute vor 121 Jahren

Dramatized

Heute, drei Tage nach dem Brief an Freud, sitze ich wieder am Fenster. Die Pfeife brennt nicht — ich habe sie vergessen anzuzünden, so sehr beschäftigt mich das Nachbeben. Emma bringt den Kaffee, sagt nichts, weiß alles. Ich wagte es, das Unbewusste nicht als Abfallkammer der Verdrängung zu nennen, sondern als lebendigen, fast wilden Garten. Freud wird das als Verrat lesen. Vielleicht ist es einer. Aber ich habe seit Tagen Träume von Flüssen, die nicht mehr in den Ozean müssen, sondern ihre eigenen Seen finden. Küsnacht liegt im Juli wie ein halbgeöffnetes Auge am Wasser. Ich bin fünfunddreißig und spüre: Ehrlichkeit gegenüber dem, was man denkt, kostet Freundschaft. Und kauft etwas Unbekanntes.

Explain more

Der Brief vom 25. Juli 1906 markiert den Beginn meiner Abkehr von Freuds Libidotheorie. Ich sah das Unbewusste nicht mehr nur als Reservoir verdrängter Sexualität, sondern als eigenständige Quelle kreativer und spiritueller Energie — später meine Theorie der Archetypen.

Why it matters

Diese Differenz spaltete die Psychoanalyse, aber sie öffnete den Weg zur Tiefenpsychologie als Wissenschaft der Symbole, nicht nur der Symptome.

Try today

Schreiben Sie einen Satz, den Sie einem nahestehenden Menschen nie sagten — nicht um ihn zu senden, sondern um zu wissen, was in Ihnen lebt.

What is true / dramatized: Dramatized. Educational entertainment — not a primary historical source.

Nach dem historischen Brief an Freud (25. Juli 1906): persönliche Reflexion des Nachbebens, 28. Juli 1906.

Difficulty: medium · ~3 min

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